Alarm an Ceutas Grenze

Alarm an Ceutas Grenze

Marokko und Spanien haben die Sicherung an der Grenze zur Exklave Ceuta massiv verstärkt. Hintergrund sind Aufrufe in sozialen Netzwerken zu einer neuen Massenüberquerung am 15. August.

Die Lage an der Grenze zur spanischen Exklave Ceuta bleibt angespannt: Nach neuen Aufrufen in sozialen Netzwerken zu einer Massenüberquerung haben Marokko und Spanien ihre Sicherheitsmaßnahmen deutlich hochgefahren. In der marokkanischen Grenzstadt Fnideq wurden zusätzliche Sperren aus Stacheldraht aufgebaut, außerdem kontrollieren Sicherheitskräfte die Zufahrtsstraßen intensiver.

Mehr Kräfte an Land und auf dem Wasser

Direkt an der Grenze stehen nach Berichten Wasserwerfer bereit. Auch am Strand von Fnideq, von wo aus Ende Juli zahlreiche Migranten in Richtung Ceuta aufgebrochen waren, haben marokkanische Sicherheitskräfte Stellung bezogen. Patrouillenboote überwachen zusätzlich die Küste. Rabat erklärte, man beobachte derzeit gezielt Beiträge und Nachrichten unbekannter Herkunft, die für Samstag, den 15. August, zu einer neuen Massenüberquerung aufrufen.

Auch Spanien hat seine Präsenz ausgebaut. Bereits zuvor wurde eine Seebarriere eingerichtet, zudem schickte Madrid hunderte zusätzliche Polizisten und Soldaten nach Ceuta. Nach Angaben des Innenministeriums sollen sie so lange im Einsatz bleiben, wie die Situation es nötig macht.

Nachwirkungen des Ansturms von Ende Juli

Der bisherige Höhepunkt der Krise liegt erst gut zwei Wochen zurück. Damals gelangten laut Schätzungen bis zu 80.000 Menschen nach Ceuta, die meisten schwimmend. Nach jüngsten Angaben der spanischen Behörden wurden im Meer 83 Leichen geborgen. Viele Ankommende kehrten kurz darauf nach Marokko zurück, doch rund 5000 Menschen halten sich laut Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska weiterhin in der Exklave auf.

Die Ereignisse haben auch in der EU für Streit gesorgt. Bei einer Krisen-Videokonferenz forderten die Innenminister der Mitgliedstaaten ein härteres Vorgehen gegen Schleusernetzwerke und eine konsequentere Rückführung. Gleichzeitig kündigte Marokko an, sowohl Organisatoren als auch Teilnehmer entsprechender Aktionen strafrechtlich zu verfolgen. In diesem Zusammenhang soll es bereits erste Festnahmen gegeben haben.

Foto: Wikimedia Commons / Urcomunicacion, CC BY-SA 3.0