»Die Nervosität war nicht nur bei mir riesengroß« – Alexander Rier über die Tournee für seinen Vater

»Die Nervosität war nicht nur bei mir riesengroß« – Alexander Rier über die Tournee für seinen Vater

Als sein Vater am Herzen operiert wurde, sprang Alexander Rier bei den Kastelruther Spatzen ein. Im FOLX STADL erzählt er vom ersten Abend in Dresden – und davon, wer zu Hause wirklich über ein Lied entscheidet.

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Sechs Minuten an der Schank, Vater und Sohn als Thema: Im FOLX STADL war Alexander Rier zum ersten Mal zu Gast. Der Sohn von Kastelruther-Spatzen-Chef Norbert Rier hat Hansi Berger erzählt, wie seine Solokarriere begann, was passierte, als sein Vater ins Krankenhaus musste – und wer zu Hause wirklich entscheidet, ob ein Lied gut ist.

Der erste Auftritt: 25. Kastelruther Spatzenfest

Auf der Bühne stand Alexander Rier schon als Kind, mit den Geschwistern und mit dem Vater. Seine eigene Laufbahn begann aber an einem bestimmten Abend.

»Das war zum fünfundzwanzigsten Kastelruther Spatzenfest. Da habe ich gemeinsam mit meinen drei Geschwistern ein Überraschungslied für den Vater und für die Spatzen aufgenommen und damals das erste Mal präsentiert.«

Vor fast zehntausend Leuten, sagt er – »war was Wunderschönes«. Mit diesem Auftritt fing alles an.

Als der Vater ins Krankenhaus musste

Der größte Einschnitt kam später, und er war keiner, den man sich aussucht. Norbert Rier musste sich am Herzen operieren lassen.

»Der Vater musste sich am Herz operieren lassen, hat eine Herzklappe müssen austauschen – nach dem Spatzenfest eigentlich schon am Montag dann in die Klinik und unter das Messer. Aber er hat sich dann nicht so schnell erholt, wie er geglaubt hat.«

Die Spatzen standen ohne ihren Frontmann da. Sie fragten den Sohn. »Erstens mal war es für mich eine riesengroße Ehre, dass sie da auf mich zurückgegriffen haben«, sagt Alexander Rier über die Anfrage.

Dresden, Kulturpalast – und niemand wusste, wie es ausgeht

Der erste Abend als Vertretung war ausgerechnet in einem Saal, in dem die Kastelruther Spatzen zuvor noch nie gespielt hatten.

»Der erste Auftritt, den wir in Dresden im Kulturpalast gehabt – die Spatzen waren vorher, glaube ich, noch nie in dem Saal. Und dann war die Nervosität nicht nur bei mir riesengroß, sondern bei den restlichen Spatzen auch.«

Was ihn an diesem Abend beschäftigte, war nicht der eigene Auftritt, sondern die Reaktion im Saal. Im Gespräch nutzte er die Gelegenheit, sich dafür zu bedanken:

»Da möchte ich einmal, wenn man die Chance hat, im Fernsehen das sagen zu dürfen, dass da die Spatzenfans wirklich großartig waren und da voll auch hinter mir gestanden sind – und hinter den gesamten Spatzen.«

Zu Hause entscheidet die Mama

Wenn ein neues Lied fertig ist, hört es der Vater als einer der Ersten. Streng ist er dabei nicht.

»Er ist da eigentlich relativ entspannt. Er sagt: Du musst machen, was dir gefällt. Da ist die Mama schon ein bisschen die Kritischere, muss man sagen.«

Und wenn die Mutter zufrieden ist? »Dann ist es wirklich schön und dann braucht man auch keine Angst haben, dass es den Leuten nicht gefällt.« Umgekehrt gilt dasselbe: Auch Alexander hört in die Titel seines Vaters hinein, bevor sie produziert werden. Er beschreibt das als etwas anderes als Kritik.

»Das ist dann eigentlich ein gegenseitiges Helfen und nicht ein gegenseitiges Kritisieren.«

Haflinger im Stall

Neben der Musik gehört der Hof dazu. Auf dem elterlichen Hof stehen Haflinger – Hansi Berger tippt im Gespräch auf fünfzehn Pferde, Rier winkt lachend ab: »Ein paar sind das nicht.«

»Es werden immer mehr, weil da kommen immer wieder Fohlen und dann gibt man sie auch nicht gern so leicht weg. Aber das ist natürlich die große Leidenschaft von meinem Vater, aber auch von mir. Das ist, glaube ich, das, was ich von ihm mitgeerbt habe.«

Aufgezeichnet in Bad Tölz

Das Gespräch stammt aus FOLX STADL Sendung 25, aufgezeichnet am 10. April 2024 im Prime Time Studio in Bad Tölz. Durch die Sendung führt Hansi Berger, an der Schank stehen Spitzbua Markus, Lucky Putz und Martina. Ebenfalls zu Gast: Die 4 Tiroler Buam, Echt Tirol, Herbert Hofmann, PHÄNOMEN und Sara de Blue.

Was seither passiert ist

Norbert Rier steht längst wieder selbst auf der Bühne und nimmt mit den Kastelruther Spatzen ein neues Album auf. Den elterlichen Hof in St. Oswald bei Kastelruth hat er inzwischen ganz an seinen Sohn übergeben; Alexander Rier hat seinen früheren Beruf als Maler dafür aufgegeben.

Am 9. August 2026 hat sich die Geschichte von Vater und Sohn noch einmal umgedreht: Bei »Immer wieder sonntags« überraschte Alexander seinen Vater mit dem Lied »Von Mann zu Mann« – Norbert Rier kamen auf offener Bühne die Tränen. In derselben Sendung plauderte der Vater aus, dass sein Sohn wieder vergeben ist. Alexander Rier hat es bestätigt: seit gut einem halben Jahr, eine Frau aus Südtirol, die mit der Musikbranche nichts zu tun hat.

Ende September soll sein neues Album erscheinen, zum Jahresende ist eine Weihnachtstour geplant.

Quelle: eigenes Interview mit Alexander Rier, FOLX STADL Sendung 25, aufgezeichnet am 10. April 2024 im Prime Time Studio Bad Tölz. Aktualisierung: Schlager.de, 13.8.2026 und 15.8.2026; »Immer wieder sonntags«, Das Erste/SWR, 9.8.2026.