Angela Wiedl: Zehn Jahre Absagen – dann hörte Ralph Siegel sie in einem Münchner Lokal jodeln

Angela Wiedl: Zehn Jahre Absagen – dann hörte Ralph Siegel sie in einem Münchner Lokal jodeln

Die Jodlerin aus dem Chiemgau erzählt ihre Geschichte selbst: das Jodler-Duo mit dem Vater, die Entdeckung durch Ralph Siegel und die Bühne mit Uwe Erhardt und Tochter Gina Maria. Das ganze Porträt jetzt auf FOLX TV.

Chiemgau, Oberbayern. Ein Kind, das seinen jodelnden Eltern nachsingt, bevor es lesen kann – und eine Karriere, die erst nach zehn Jahren voller Absagen beginnt. In unserem neuen Porträt erzählt Angela Wiedl ihre Geschichte selbst: von der Großmutter, die jodelte, vom Jodler-Duo mit dem Vater, von dem Abend, an dem Ralph Siegel sie in einem Münchner Lokal hörte – und von der Bühne, die sie heute mit Ehemann Uwe Erhardt und Tochter Gina Maria teilt.

Aufgewachsen mit dem Jodler

Die Großmutter jodelte, die Eltern Wilhelm und Irmengard Wiedl standen als Chiemseer Gesangs- und Jodler-Duo auf der Bühne – und die kleine Angela sang mit drei Jahren einfach nach, was sie hörte. Auch der Bruder Richard zog es auf die Bühne: Er sang schon als Bub auf den Opernbühnen der Welt. Mit zwölf Jahren stand Angela auf Mexiko-Tournee – und spätestens da war klar, dass aus dem Nachsingen ein Beruf werden würde.

Die Jodlerin Bayerns

Erzherzog-Johann-Jodler, Mondschein-Jodler, Jodelswing: Was andere als Kunststück üben, war für sie Muttersprache. Vierzehn Jahre lang bildete sie mit ihrem Vater das Jodler-Duo beim Tegernseer Alpenquintett – die Schule, aus der alles Weitere kam.

Zehn Jahre Absagen – dann kam Ralph Siegel

Der Weg ins Geschäft war alles andere als gerade: Zehn Jahre lang bewarb sie sich, überall gab es Absagen – sogar vom Bayerischen Rundfunk. Dann hörte Ralph Siegel sie in einem Münchner Lokal jodeln und sagte den Satz, der alles änderte: Diese Stimme möchte ich unter Vertrag nehmen. Sie antwortete vorsichtig: „Ein Jahr." Daraus wurden mehr als dreißig. Ihr Vater gab dafür seinen Metzgerberuf auf – über 4000 gemeinsame Auftritte kamen zusammen.

Hitparaden und die großen Namen

Es folgten ZDF-Hitparade und Südwestfunk-Hitparade, der Erfolg von Herzklopfen – und Tourneen mit Vico Torriani, Ivan Rebroff, Rex Gildo und Lolita. Torriani war es auch, der sie Abend für Abend mit einem Titel ankündigte, der ihr bis heute anhängt: die Grand Dame der Volksmusik. Ihr eigenes Credo ist einfacher: „Ich kann nur das singen, was ich erlebt habe."

Familie auf der Bühne

„Ohne Familie würde ich nicht allein auf die Bühne gehen", sagt sie im Porträt – und muss es nicht: An ihrer Seite steht Ehemann Uwe Erhardt, Sänger, Mitbegründer der Schäfer und Komponist von Sag mir, wo ist der Himmel. Und dann kam der Tag, an dem Tochter Gina Maria fragte: „Mama, kann ich da nicht mitsingen?" Heute singt und jodelt sie mit – aus Eleni wurde für sie Die Kraft der Liebe. Zur Bühnenfamilie gehört auch Olaf der Flipper: Er ist mit der Schwester von Uwe Erhardt verheiratet und damit der Schwager.

Münchnerin geblieben

Nach der Pandemie kam das Album Herzperlen und die gemeinsame Bühne mit der Schäfer-Familie. Geblieben ist die Münchnerin, die beim Putzen singt und auf der Schaukel jodelt, die Berge, Seen und Wälder braucht – „es gibt doch nichts Schöneres". Und ein Satz, der das ganze Porträt trägt: „Solange uns der liebe Gott die Stimme erhält."

Das ganze Porträt

Das komplette Porträt – mit Ausschnitten aus dem Gipfelstammtisch und dem FOLX Stadl – gibt es auf unserem YouTube-Kanal: youtu.be/BUGkJnlQifI. Wer es eilig hat, findet die Kurzfassung unter youtube.com/shorts/cmhu1RlgVEw.

Ausgezeichnet wurde Angela Wiedl unter anderem mit dem Grand Prix der Volksmusik, der Goldenen Stimmgabel, dem Edelweiß, der Hermann-Löns-Medaille in Gold und dem Echo.