Angelo Kelly kündigt neue Pause an: »Nächstes Jahr toure ich nicht und kein Album«

Angelo Kelly kündigt neue Pause an: »Nächstes Jahr toure ich nicht und kein Album«

Nach drei Jahren Auszeit ist Angelo Kelly mit dem Album »Alive« zurück. Im MDR-»Riverboat« kündigte er an, dass schon 2027 wieder Ruhe einkehrt – und erzählte, warum er sich die Haare abschnitt und wie er mit zehn Jahren wusste, dass Kira seine Frau wird.

Angelo Kelly ist zurück – und kündigt im selben Atemzug die nächste Pause an. In der MDR-Talkshow »Riverboat« am Freitagabend sagte das jüngste Mitglied der Kelly Family über das kommende Jahr klar und knapp: »Nächstes Jahr toure ich nicht und kein Album.«

Zuvor war der Musiker drei Jahre lang verschwunden – freiwillig. »In der Zeit, als ich wusste, ich bin jetzt ein paar Jahre mindestens weg, wusste ich auch gar nicht, ob ich großartig zurückkomme«, erzählte er. Entscheiden wollte er das erst, wenn genug eigene Songs zusammengekommen wären, die er unbedingt aufnehmen wollte. Bis dahin habe er einfach nichts sagen wollen.

Die kurzen Haare waren eine Entscheidung im Verborgenen

In diese Zeit fiel auch die auffälligste Veränderung: Der Mann, der jahrzehntelang für die längsten Haare der Kelly Family stand, trägt heute Kurzhaarschnitt. »Komm, jetzt schneide ich mal die Haare so richtig kurz. Mich sieht ja keiner und wahrscheinlich sogar für ein paar Jahre noch nicht«, beschrieb er den Moment. Und weiter: »Ich wusste sofort: Ja, das hätte ich schon vor zwanzig Jahren machen sollen.«

Dass er sich eine solche Auszeit überhaupt leisten kann, sei alles andere als selbstverständlich, sagte Kelly – und wurde dabei ungewöhnlich offen über Geld: »Wir haben in den Neunzigern sehr, sehr viel Erfolg gehabt, sehr viel verdient, aber als ich erwachsen war und der Erfolg vorbei war, gab es kein Geld.« Erst in den letzten zwanzig Jahren habe sich das wieder entwickelt. »Mir das leisten zu können, auch nicht auf Tour zu gehen, das finde ich großartig.«

Drei Jahre lang einfach Vater

Auf der Bühne stehe er, seit er ein Baby sei. Die drei Jahre habe er deshalb ganz bewusst zu Hause verbracht und seiner Frau Kira viel abgenommen. Auch im aktuellen Jahr, in dem er mit Album und Tour wieder unterwegs ist, sei er »mindestens die Hälfte zu Hause« und achte darauf, dass es nicht ausarte. Mit dabei auf Tour ist inzwischen Sohn Joseph: Der habe vor einem Jahr angefangen, E-Gitarre zu spielen, und spiele »so unfassbar gut«. Druck gebe es keinen – die Band sei groß, Joseph spiele zusätzliche Gitarre.

Verliebt mit zehn, sieben Jahre gekämpft

Ausführlich sprach Kelly über seine Frau. »Ich war zehn, als ich mich in sie verliebt habe«, sagte er. »Ich wusste, das muss meine Frau werden« – und habe sieben Jahre darum gekämpft. Kira war dreieinhalb Jahre älter und sah in ihm zunächst nur einen kleinen Jungen. Die Wende kam, als er krank im Bett lag: Sie sei zu ihm ins Zimmer gekommen und habe ihm gestanden, dass sie seit Jahren dieselben Gefühle habe. »Da bin ich natürlich in Tränen ausgebrochen«, erinnerte er sich. Vorher habe er schon gedacht, das werde nichts mehr.

»Can't Help Myself« wird dreißig

Im »Riverboat« griff Kelly zur Gitarre und sang den Song, der ihn berühmt gemacht hat. »Can't Help Myself« feiert in diesem Jahr sein dreißigjähriges Jubiläum: geschrieben hat er ihn mit dreizehn auf dem Hausboot – für Kira. Erschienen ist er 1996, da war Kelly vierzehn. Es wurde die erste Single und die erste Nummer eins der Kelly Family in Deutschland, auch in Norwegen stand der Titel auf Platz eins. Kurios: In Oslo singen Fußballfans das Lied bis heute in der Halbzeit, mit norwegischem Text über ihr Team. »Das habe ich erst zwanzig Jahre später rausgefunden«, sagte Kelly. Alte Lieder zu singen sei für ihn kein Problem, »wenn sie ein Teil meiner Biografie sind und wenn ich das immer noch empfinde«.

Sein aktuelles Album heißt »Alive«; darauf ist unter anderem ein Song für Kiras Vater. Auf die Frage, ob ihm die drei Jahre Pause gutgetan hätten, antwortete Kelly: »Auf jeden Fall. Sollte jeder mal machen, wenn er sich das leisten kann.«

Quelle: »Riverboat«, MDR, Sendung vom 28. August 2026.

Foto: Instagram / @angelokellyofficial