Boney M.: Auftritt bei Partei sorgt für Ärger

Boney M.: Auftritt bei Partei sorgt für Ärger

Ein Auftritt von Boney M. bei einer rechten Partei sorgt für heftige Diskussionen. Leadsängerin Liz Mitchell macht eine klare Ansage.

Boney M., eine der bekanntesten Disco- und Popgruppen der 70er-Jahre, steht aktuell im Zentrum eines handfesten Skandals. Hintergrund ist der Auftritt der Gruppe bei einer Veranstaltung einer rechtspopulistischen Partei. Für den Auftritt bei dieser politischen Organisation hagelt es nun massiven Gegenwind und Kritik.

Liz Mitchell: „Seele verkauft“

Liz Mitchell, die Leadsängerin von Boney M. und die wohl bekannteste Stimme der Band, äußerte sich deutlich zu dem Vorfall. Sie kritisiert den Auftritt scharf und spricht von einer „verkauften Seele“. Ihre Wortwahl macht deutlich, wie tief dieser Schritt auch innerhalb der Band Gräben aufgerissen hat.

Mitchell selbst distanziert sich klar von der Entscheidung ihrer einstigen Bandkollegin Maizie Williams, bei der Veranstaltung aufzutreten. Williams tritt bereits seit den 1990er-Jahren mit einer eigenen Besetzung unter dem Namen „Boney M. featuring Maizie Williams“ auf, während Mitchell zeitgleich das gleiche Konzept mit „Boney M. featuring Liz Mitchell“ verfolgt. Der Streit um die Rechte am Bandnamen schwelt somit bereits seit Jahrzehnten und spiegelt die Zerrissenheit innerhalb der ursprünglichen Band wider. Offiziell wurde die eigentliche Formation 1986 aufgelöst, seitdem existieren mehrere Varianten unter dem weltbekannten Namen.

Besonders schmerzt Mitchell, dass ihre Musik für politische Zwecke genutzt wurde, mit denen sie sich ausdrücklich nicht identifizieren kann. In einer Stellungnahme betonte sie ihre Ablehnung gegenüber Bewegungen, die Menschen in Not nicht willkommen hießen, und verwies auf ihre persönliche Familiengeschichte. Mitchells Vater gehörte der Windrush-Generation an, Migranten, die in den 1940er-Jahren aus der Karibik nach Großbritannien kamen. Mitchell selbst wurde in Jamaika geboren und machte später weltweit Karriere, nicht zuletzt mit Songs, die Toleranz und Lebensfreude transportierten.

Auf Facebook berichtet Liz Mitchell zudem, zahlreiche schockierte Nachrichten von Anhängern erhalten zu haben. Fans drückten ihre Enttäuschung über die Situation aus. Mitchell stellte klar, dass sie mit dem umstrittenen Auftritt nichts zu tun gehabt habe.

Auf der Gegenseite verteidigen Williams und ihr Management den Auftritt. Sie betonten, dass sie keine politische Unterstützung für Parteien böten und zunächst gar nicht bewusst gewesen sei, dass es sich um eine Veranstaltung von Reform UK handelte. Der Auftritt sei ursprünglich als Feier nach einer Konferenz angekündigt worden. Dennoch konnte dies den Unmut von Mitchell und vielen Fans nicht besänftigen.

Die Band Boney M. wurde in den 70er-Jahren von Produzent Frank Farian gegründet und feierte mit Welthits wie „Rivers of Babylon“, „Daddy Cool“ und „Rasputin“ internationale Erfolge. Diese Songs sind bis heute Kult und erleben immer wieder Revivals, nicht zuletzt durch soziale Netzwerke und Streaming-Dienste. Farian, der als treibende kreative Kraft hinter Boney M. gilt, profitierte finanziell über Jahrzehnte von den Erfolgen der Gruppe. Auch nach seinem Tod im Jahr 2021 bleibt der Name Boney M. ein klingender Begriff – und leider auch ein juristisches Zankapfel.

Die derzeitigen Spannungen zwischen Liz Mitchell und Maizie Williams werfen erneut die Frage auf, wie stark die ursprüngliche Botschaft der Band durch die Konflikte der Nachfolge-Formationen beschädigt wird. Nachdem Mitchell in diesem Jahr noch auf der „Starnacht am Neusiedler See“ auftrat und dort ihre größten Hits präsentierte, dürfte der aktuelle Zoff für sie einen bitteren Beigeschmack haben.

Wie es bei Boney M. weitergeht, bleibt abzuwarten. Für die Fans bleibt jedoch die Hoffnung, dass zumindest die Musik weiterhin unpolitisch und international gefeiert werden kann – ganz im Geiste der ursprünglichen Bandphilosophie.