Die 3 Zwidern: Wie ein Versehen zum Namen wurde – und Karl Moik sie in den Musikantenstadl holte

Die 3 Zwidern: Wie ein Versehen zum Namen wurde – und Karl Moik sie in den Musikantenstadl holte

Ein halbes Jahrhundert Volksmusik aus dem Rupertiwinkel: Die 3 Zwidern über den Bandnamen aus der Verlegenheit, die Kassette an Karl Moik und die geliehene Gitarre mit Preisschild. Das ganze Porträt jetzt auf FOLX TV.

Oberbayern, Rupertiwinkel. Zwei Männer, ein halbes Jahrhundert gemeinsame Bühne – und ein Bandname, der aus purer Verlegenheit entstanden ist. In unserem neuen Porträt erzählen Die 3 Zwidern ihre Geschichte selbst: wie aus einem Gartenfest ohne Ansage eine der langlebigsten Kapellen der bayerischen Volksmusik wurde, wie Karl Moik sie in den Musikantenstadl holte und warum am Ende immer wieder drei übrig bleiben.

Der Name war ein Versehen

Für ein Gartenfest nahmen Hans Schuster und Helmut Patermann einen dritten Mann mit, gingen auf die Bühne und spielten das erste Stück. Dann kam der Moment, in dem sich alles entschied: „Grüß Gott, wir spielen für euch die …" – und da war kein Name. Weil damals jede zweite Kapelle „die Lustigen" hieß, sagte Hans einfach das Gegenteil: die 3 Zwidern. Ein „Zwiderer" ist im Bairischen einer, der miesepetrig ist und niemals lustig – also genau das, was die drei auf der Bühne nicht sind.

„Das ist doch überhaupt kein Name", befanden sie hinterher. Geblieben ist er trotzdem – bis heute. Und weil ihn kaum jemand richtig schreibt, landet die Post schon mal bei „die drei Zwiebeln" oder „die drei Zwitter". Hans nimmt es gelassen: Hauptsache, sie ist angekommen.

1978: Hüttenabende in Staudach-Egerndach

Angefangen hat alles 1978 bei Hüttenabenden in Staudach-Egerndach, mitten während eines öffentlichen Auftritts. Eine Anlage gab es nicht – gesungen wurde über den Bass- und den Gitarrenverstärker. Beim Frühschoppen flossen tausend Liter Bier, und die Gagen waren so, wie Gagen in den Siebzigern eben waren.

Eine Kassette bei der Post – und Karl Moik

Der Sprung ins Fernsehen kam über den Postweg. Eine Kassette, abgeschickt und angekommen bei Karl Moik – und plötzlich stand die Einladung in den Musikantenstadl nach Linz im Raum. Die Anekdote dazu gehört zu den schönsten des Porträts: Der damalige Gitarrist hatte sich für den Auftritt eine Gitarre ausgeliehen, an der noch das Preisschild hing. Moik entdeckte es live vor Publikum – und fand es so gut, dass er sagte: Im nächsten Stadl ist es wieder dabei. Die erste eigene Kassette erschien 1982.

Von Taiwan bis New York

Was folgte, war eine Karriere, die weit über den Chiemgau hinausreichte: Tourneen durch Europa, Asien, Nordamerika und Afrika, ein Fernsehauftritt in Taiwan, Jam-Sessions auf Hawaii und ein Auftritt bei der Steuben Parade in New York. Neun Monate vor dem 11. September spielten sie in unmittelbarer Nähe des World Trade Centers. In Zahlen: über 150 eigene Lieder, 16 Tonträger und mehr als 400 Auftritte in Funk und Fernsehen.

Warum sie manchmal zu fünft sind

2007 kam die Erweiterung zu den „5 Z'widern" mit Toni Baldauf und Tom Zahnbrecher. Moik brachte es damals auf den Punkt: Was er hört, will er auch sehen. Der Bandname blieb trotzdem, denn – so die Pointe auf der Bühne – am Ende bleiben sowieso immer drei übrig. Der dritte Mann hat über die Jahre gewechselt: In den Neunzigern war es Georg „Schorsch" Eder, heute steht Christian mit auf der Bühne.

„Die Bühne ist mein Power"

Das Alter ist im Gespräch am Wirtshaustisch ein eigenes Kapitel. „Ich werde in 24 Jahren 100", sagt der Älteste trocken; der Jüngste ist 51. Es gab Jahre, in denen es still wurde – Gesundheit, und beinahe hätten sie aufgehört. Zurückgekommen sind sie trotzdem: „Wenn ich die Bretter spüre, hab ich 130 PS." Oder, moderner formuliert: „Die Bühne ist mein Power."

Ein festes Programm gibt es bis heute nicht. Gespielt wird, was passt – von der Steirischen bis zu „Highway to Hell", für ein Publikum „von 16 bis 102". Und wenn Zuschauer nach dem Auftritt sagen, die sehen ja noch genauso aus wie vor 40 Jahren, dann ist das für die drei das schönste Kompliment.

Das ganze Porträt

Das komplette Porträt – 16 Minuten mit Ausschnitten aus dem Gipfelstammtisch, aus dem FOLX Stadl und aus dem Backstage-Bereich – gibt es auf unserem YouTube-Kanal: youtu.be/dPRCttQ5peE. Wer es eilig hat, findet die Kurzfassung in zwei Minuten unter youtu.be/MmIgk7H9PEA.

Mehr über die Band: die3zwidern.de. Aktuelles Album: „Und des is guad!"