Drohnenalarm über Moskau

Drohnenalarm über Moskau

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erneut Ziele in Russland attackiert. Betroffen waren eine Fabrik für Raketentreibstoff in Rostow, ein Raumfahrtzentrum in Samara und laut Berichten auch ein großes Logistikzentrum nahe Moskau.

Im Krieg gegen Russland weitet die Ukraine ihre Angriffe auf Ziele tief im russischen Hinterland offenbar weiter aus. Nach Angaben des ukrainischen Militärs wurde in der Region Rostow eine Anlage getroffen, in der Raketentreibstoff produziert werden soll. Demnach geht es um Feststofftreibstoff für Mehrfachraketenwerfer sowie weitere Raketen- und luftgestützte Waffensysteme.

Angriffe auf Militär- und Logistikziele

Bereits in der Nacht zuvor hatte die ukrainische Armee nach eigenen Angaben das Raketen- und Raumfahrtzentrum RKZ Progress im russischen Samara attackiert. Dabei sollen Flamingo-Marschflugkörper eingesetzt worden sein. In dem Werk des staatlichen Raumfahrtkonzerns Roskosmos werden Sojus-Raketen gebaut. Laut Bericht nutzt Russland diese unter anderem für militärische Kommunikationssatelliten, die Signale an Empfänger am Boden weitergeben können.

Welche Schäden bei den Angriffen in Samara und Rostow entstanden sind, ist bislang offen. Auch ob beide Attacken direkt zusammenhängen, bleibt unklar. Der Bericht legt jedoch nahe, dass die Ukraine mit dem Schlag gegen das Raumfahrtzentrum den Ausbau des russischen Satellitennetzwerks bremsen wollte.

Feuer nahe der russischen Hauptstadt

Auch rund um Moskau gab es in der Nacht neue Vorfälle. Im Ort Koledino, etwa 40 Kilometer vom Kreml entfernt, geriet ein großes Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries in Brand. Das Lager mit mehr als 200.000 Quadratmetern gilt als zweitgrößter Standort des Unternehmens. In sozialen Netzwerken kursierten Videos, die einen Drohnentreffer sowie anschließend Flammen und dichte Rauchsäulen zeigen sollen.

Zusätzlich meldete Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin, die Region der Hauptstadt sei in der Nacht mit etwa 600 Drohnen angegriffen worden. Nach seiner Darstellung wurden 201 davon in der Region Moskau von der Luftabwehr abgeschossen. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben liegt derzeit nicht vor.

Foto: t-online

Quelle: t-online