ESC krempelt Voting um

ESC krempelt Voting um

Die EBU plant für den Eurovision Song Contest 2027 in Burgas ein reines Online-Voting. Telefon und SMS sollen wegfallen, außerdem müssen Fans ihre Stimmen künftig wohl auf mehrere Länder verteilen.

Beim Eurovision Song Contest könnte sich schon bald eine der größten Baustellen der vergangenen Jahre grundlegend ändern: Die EBU arbeitet an neuen Abstimmungsregeln und will laut einem Bericht der BBC das bisherige Telefon- und SMS-Voting komplett streichen. Stattdessen soll beim Wettbewerb 2027 in Burgas erstmals nur noch online abgestimmt werden.

Geplant ist demnach auch ein neues Prinzip bei der Stimmenvergabe. Zuschauerinnen und Zuschauer sollen ihre Votes nicht mehr geballt an nur einen Beitrag vergeben können, sondern mehrere Länder berücksichtigen müssen – etwa die eigenen drei Favoriten. Das wäre ein deutlicher Einschnitt, denn bisher dürfen Fans bis zu zehnmal für denselben Act abstimmen.

Mehr Fairness beim Publikumsvoting

Hintergrund sind anhaltende Debatten über den Einfluss politischer Mobilisierung auf das Televoting. Nach Darstellung der EBU sollen die Änderungen helfen, Kampagnen für einzelne Länder einzudämmen und das Voting fairer zu machen. Gerade im aktuellen geopolitischen Klima sei der Wettbewerb zuletzt immer wieder von Abstimmungen geprägt gewesen, die laut EBU nur schwer mit der musikalischen Leistung zu erklären seien.

Besonders in den vergangenen zwei Jahren hatte es scharfe Kritik an groß angelegten internationalen Werbeaktionen für Israel gegeben. Diese Kampagnen dürften laut dem Bericht eine wichtige Rolle beim starken Abschneiden der israelischen Beiträge im Publikums-Voting gespielt haben. Weitere Details zu den geplanten Änderungen will die EBU in den kommenden Monaten bekanntgeben.

Weitere Regeln ändern sich ebenfalls

Damit steht dem ESC womöglich ein größerer Umbau bevor, der weit über das Voting hinausgeht. Ob und in welcher Form alle Vorschläge umgesetzt werden, dürfte sich in den nächsten Monaten entscheiden.