Frank Zander: Wie „Oh, Susi" trotz Radioverbots bis auf Platz 2 kletterte

Frank Zander: Wie „Oh, Susi" trotz Radioverbots bis auf Platz 2 kletterte

Vor 50 Jahren wäre „Oh, Susi" fast als B-Seite verschwunden. Bayern 3 verbannte den Song – und machte ihn damit erst recht zum Hit.

Es ist eine der merkwürdigsten Erfolgsgeschichten des deutschen Schlagers: Frank Zanders „Oh, Susi (Der zensierte Song)" wäre fast ungehört geblieben – und wurde ausgerechnet durch ein Radioverbort zum Charterfolg. Zum 50. Jahrestag der Veröffentlichung hat der Berliner Entertainer auf Instagram an die Entstehung des Songs erinnert und dabei verraten, welche Rolle seine Frau Evy dabei spielte.

Geplant als B-Seite, gerettet von Evy Zander

Die Single erschien am 20. Dezember 1976 – doch ursprünglich war „Oh, Susi" lediglich als B-Seite zur Single „Rosita (Heinz Schwalbe der Pauschaltourist)" vorgesehen. Zander schrieb dazu auf Instagram, im Studio sei bei den Aufnahmen viel gelacht worden: Man habe „jede Menge irrer Geräusche aufgenommen und über die zweideutigen Worte gelegt" – woraus der Zusatztitel „Der zensierte Song" entstand, der bis heute Teil des offiziellen Titels ist. Dass der Song überhaupt als vollwertige A-Seite erschien, war seiner Frau Evy zu verdanken, die sich gegenüber der Plattenfirma durchsetzte und eine Doppel-A-Seite durchsetzte. „Meine Frau Evy setzte sich durch und es wurde eine Doppel A-Seite", schrieb Zander in seinem Post.

Frank Zander ist seit 1968 mit Evelyn („Evy") Zander verheiratet. Sie gilt als eine enge Vertraute und wichtige Stütze im Leben des Entertainers – laut Berichten von t-online und Bunte aus dem Februar 2025 litt Zander stark darunter, als Evy vor einigen Jahren an einer seltenen Hautkrankheit erkrankte. Sohn Marcus Zander arbeitet heute als Manager für seinen Vater und führt als Vorsitzender der Frank Zander Stiftung auch das legendäre Weihnachtsfest für Obdachlose weiter, über das wir zuletzt berichtet haben: Frank Zander lädt zum 32. Mal Obdachlose ein.

Was dann folgte, klingt paradox: Bayern 3 verweigerte die Ausstrahlung des Titels. Als Begründung soll der Sender laut Zanders eigenem Rückblick in einem Interview mit Spiegel/einestages aus dem Jahr 2012 formuliert haben: „Aus Gründen des guten Geschmacks können wir die Nummer ‚Susi' von Frank Zander leider nicht bringen." Doch statt den Song in die Versenkung zu schicken, befeuerte das Verbot die Neugier der Hörerinnen und Hörer. Zander kommentierte die Entwicklung lapidar: „Dann ging die Post ab!" Der Titel kletterte bis auf Platz 2 der deutschen Charts und hielt sich dort laut mehreren Quellen mehr als ein halbes Jahr in der Verkaufshitparade. In Österreich erreichte „Oh, Susi" Platz 10.

Auf Instagram blickt der heute 84-Jährige mit Gelassenheit auf jene turbulente Zeit zurück. „Tja, lange her, aber wunderbare Erinnerungen!", schreibt er zu einem Foto des damaligen Plattencovers. Seine Fans reagierten nostalgisch auf den Post. Für Zander ist „Oh, Susi" mehr als ein Hit aus fernen Tagen – es ist ein Beleg dafür, dass Widerstand manchmal der beste Katalysator für Erfolg sein kann.

Während die Musikgeschichte diesen Moment längst eingeholt hat, bleibt Frank Zander in der Gegenwart aktiv. Am 22. Dezember lädt er zum bereits 32. Mal Obdachlose und Bedürftige zur Weihnachtsfeier ins Berliner Estrel Hotel ein – mit prominenter Unterstützung von Claudia Jung, Jan-Josef Liefers und Gregor Gysi sowie bis zu 2.500 erwarteten Gästen.