Frauen dürfen auf den Thron
In Liechtenstein gilt künftig die gleiche Thronfolge für Frauen und Männer. Das Fürstenhaus teilte mit, dass ab sofort das erstgeborene Kind erbt – unabhängig vom Geschlecht.
Im Fürstentum Liechtenstein wird die Thronfolge neu geregelt: Künftig soll nicht mehr automatisch der älteste Sohn an die Spitze des Fürstenhauses rücken, sondern das erstgeborene Kind – unabhängig davon, ob es männlich oder weiblich ist. Das gab das Fürstenhaus des kleinen Staates zwischen Österreich und der Schweiz bekannt.
Neues Prinzip bei der Erbfolge
Mit der Änderung öffnet sich der Weg zum Fürstenthron erstmals ausdrücklich auch für Frauen. Bisher war die Nachfolge auf den erstgeborenen Sohn ausgerichtet. In der Praxis dürfte sich aber vorerst wenig ändern: Nach der aktuellen Familienkonstellation ist in absehbarer Zeit keine weibliche Nachfolgerin an der Reihe.
- Seit 1989 ist Hans-Adam II. Fürst von Liechtenstein.
- Seit 2004 übernimmt sein Sohn Alois den Großteil der offiziellen Aufgaben.
- Als voraussichtlicher Thronerbe gilt das 1995 geborene älteste Kind von Alois und Sophie, Joseph Wenzel Maximilian Maria.
Kleiner Staat, große Symbolwirkung
Liechtenstein hat rund 40.000 Einwohnerinnen und Einwohner und liegt zwischen Österreich und der Schweiz. Das Land gehört zwar nicht zur Europäischen Union, ist aber Teil des Europäischen Wirtschaftsraums und des Schengen-Raums. Die Fürstenfamilie stammt ursprünglich aus Niederösterreich und erwarb das Gebiet des heutigen Liechtenstein um 1700.
Auch wenn die Neuregelung kurzfristig wohl keinen Wechsel an der Spitze auslösen wird, hat sie vor allem symbolisches Gewicht: Die Erbfolge im Fürstenhaus richtet sich nun nicht mehr nach dem Geschlecht, sondern nach dem Alter des erstgeborenen Kindes.
Foto: Wikimedia Commons / Paul Simpson, CC BY 2.0