Kritik am HeidiFest 2026: »Die Gaudi des Grauens« – Zuschauer zerreißen Heidi Klums RTL-Show

Kritik am HeidiFest 2026: »Die Gaudi des Grauens« – Zuschauer zerreißen Heidi Klums RTL-Show

Nach dem HeidiFest 2026 im Münchner Hofbräuhaus fällt die Kritik hart aus: Playback, holprige Moderation und ein Naomi-Campbell-Auftritt von einem einzigen Song. Ein Kolumnist spricht von der »Gaudi des Grauens«.

Das HeidiFest 2026 aus dem Münchner Hofbräuhaus war am 17. September das große Samstagabendereignis auf RTL – vierundzwanzig Acts, Naomi Campbell am DJ-Pult, Nicole Scherzinger im Dirndl. Einen Tag später fällt das Urteil von Kritikern und Publikum deutlich anders aus als das von Stefan Raab, der den Abend im Anschluss als »TV-Event des Jahres« gefeiert hatte.

»Musik im Fließbandtempo«

Am schärfsten urteilt Christian Vock in seiner Kolumne für teleschau, erschienen unter anderem bei web.de und GMX, schon in der Überschrift: »Die Gaudi des Grauens.« Die Show habe keine erkennbare Struktur gehabt, nur eine Abfolge von Auftritten. Sein Befund: »Musik im Fließbandtempo, derbe Bayern-Klischees und Moderation vom Friedhof der Unterhaltung.« Die Auftritte hätten auf weiß gekacheltem Boden mit spärlichem Neonlicht stattgefunden – Kellerparty-Atmosphäre der neunziger Jahre. Dazu Mikrofon- und Playback-Probleme und Übergänge, die über Gimmicks liefen: eine Taschenlampe als Ansage, Taschenkontrollen als Gag. Sein Vorwurf an den Sender: Der Abend habe auf Prominenz und Viralität gesetzt statt auf Unterhaltung.

Was die Zuschauer störte

Auch im Netz kam die Show schlecht weg. In der Übersicht der Reaktionen (Lisa Jakobs, Costa Nachrichten, 18. September 2026) sind es vor allem drei Punkte: der hohe Playback-Anteil, die Moderation durch die Dragqueens Katy Bähm, Candy Bahr und Bambi Mercury, und die zusammenhanglose Songauswahl. Ein Kommentar lautet schlicht: »Absolute Fremdscham.« Ein anderer: »Hat München einfach nicht verdient.«

Die Szenen, über die gesprochen wird

Genannt werden immer wieder dieselben Momente. Markus Mörl verpasst in seinem Medley mehrfach den Playback-Einsatz. Naomi Campbell steht trotz großer Ankündigung nur für einen einzigen Song am DJ-Pult. Die Originalstimmen von Milli Vanilli singen ausgerechnet zum Playback. Und Katja Ebstein liefert mit »Wunder gibt es immer wieder« einen der wenigen Live-Momente samt Friedensappell – der dann abrupt weggeschnitten wird.

Und die Gegenstimme

Dem gegenüber steht das Urteil aus dem eigenen Sender: Direkt im Anschluss lief auf RTL »Das große Stefanfest«, wo Stefan Raab den Abend lobte – im Vorjahr habe er es bei ProSieben schon gut gefunden, »aber RTL hat noch mal einen draufgesetzt«. Sein Fazit: »Das beste HeidiFest.«

Quellen: Christian Vock, teleschau (web.de/GMX, 18. September 2026); Lisa Jakobs, Costa Nachrichten (18. September 2026); »Das HeidiFest« und »Das große Stefanfest« (RTL, 17. September 2026)