Hirschrufer im ZDF-Fernsehgarten: »Tinder für Hirsche?« – Deutscher Meister röhrt beim Oktoberfest
Premiere im ZDF-Fernsehgarten: Deutschlands beste Hirschrufer röhren beim Oktoberfest. Thomas Soltwedel übt jeden Tag, Gösta Rehse spricht von einem jahrhundertealten Handwerk – und Andrea Kiewel fragt: »Ihr macht Tinder für Hirsche?«
Das hatte der ZDF-Fernsehgarten nach Andrea Kiewels Worten noch nie: Beim Oktoberfest auf dem Mainzer Lerchenberg begrüßt sie Deutschlands beste Hirschrufer – Thomas Soltwedel, laut Kiewel der amtierende Deutsche Meister, und Gösta Rehse mit der Silbermedaille. Dazu Heiko Hornung, den Kiewel als Generalsekretär der europäischen Hirschrufer-Nationen vorstellt. »Sollten Sie gleich da hinten am Horizont ein Geweih sehen, dann liegt es daran, dass wir die Hirsche rufen.«
Die 27. Deutsche Meisterschaft im Hirschrufen fand am 30. Januar in Dortmund statt. Hornung erklärt das Handwerk: Lock- und Rufjagd, das Instrument nur die Verlängerung der Stimme. »Rotwild ist extrem scharfsinnig – sie können wahnsinnig gut sehen, riechen und hören.« Ein Rudel von zwanzig, dreißig Tieren anzuschleichen, sei nahezu unmöglich; deshalb gebe sich der Jäger akustisch als Hirsch aus. Soltwedel trainiert dafür jeden Tag: »Und wenn es nur fünf Minuten sind, das reicht – sonst tut das nachher hinten im Hals weh.« Rehse nimmt es mit Humor: »Es ist ein bisschen skurril, aber das ist altes deutsches Handwerk, das wird seit Jahrhunderten gemacht – und das ist schon eine Kunst.«
Dann die Demonstration: der junge, suchende Hirsch, ein Jüngling in der Brunft, der die Mädchen sucht und den Platzhirsch provozieren kann. Kiewels Frage: »Das heißt, ihr macht Tinder für Hirsche?« – »Na, so kann man das nicht sagen.« Ihr Lieblingssatz der Saison steht trotzdem fest: »Mit vier, fünf Jahren beginnen die mitzuröhren.«
