Historisches Silber für Sprint-Frauen
Die Schweizer 4x100-Meter-Staffel der Frauen holt bei der Leichtathletik-EM in Birmingham in 43,05 Sekunden Silber. Trotz eines missglückten letzten Wechsels rettet Schlussläuferin Salomé Kora die erste grosse EM-Medaille dieser Art.
Was für ein Abend für Swiss Athletics: Die Schweizerinnen haben bei der Leichtathletik-EM in Birmingham in der 4x100-Meter-Staffel Silber gewonnen und damit Staffel-Geschichte geschrieben. Géraldine Di Tizio-Frey, Fabienne Hoenke, Léonie Pointet und Salomé Kora liefen in 43,05 Sekunden auf Rang zwei – nur Gastgeber Grossbritannien war schneller.
Dramatik bis auf die Zielgerade
Der Auftritt der Schweizerinnen hatte allerdings alles, was ein grosses Finale braucht. Nach einem starken Beginn und zwei sicheren Wechseln lag sogar ein ganz grosser Coup in der Luft. Dann folgte ausgerechnet vor dem Schlussabschnitt der Schock: Der letzte Wechsel von Pointet auf Kora misslang komplett, Kora musste fast abbremsen. Damit schien die nächste bittere Enttäuschung bei einem Grossanlass schon programmiert.
Doch Kora rettete, was noch zu retten war. Die St. Gallerin, die im Winter noch als Bob-Anschieberin bei den Olympischen Spielen im Einsatz stand, zog auf den letzten Metern noch einmal an und brachte die Schweiz tatsächlich auf den Silberrang. Der Vorsprung auf Polen betrug am Ende gerade einmal 3 Hundertstel, Italien fehlten auf Platz vier 9 Hundertstel.
Del Ponte macht Platz für Hoenke
Bemerkenswert war auch die Besetzung im Final. Anders als im Vorlauf rückte Fabienne Hoenke für Ajla Del Ponte ins Team. Laut Staffel-Trainer Kim Beytrison hatte Del Ponte ihren Platz wegen der starken Form von Hoenke freiwillig angeboten. Hoenke hatte kurz zuvor über 200 Meter als Vierte eine Medaille nur knapp verpasst.
- Gold: Grossbritannien in 42,05 Sekunden
- Silber: Schweiz in 43,05 Sekunden
- Bronze: Polen
Auch in der Männer-Staffel ging der EM-Titel an Grossbritannien. Das Quartett mit Jeremiah Azu, Louie Hinchliffe, Zharnel Hughes und Romell Glave siegte in 38,45 Sekunden vor Deutschland und Belgien. Aus Schweizer Sicht blieb der Samstagabend aber klar in Frauenhand – mit einer Medaille, auf die man lange gewartet hatte.