Italien stöhnt unter Mega-Hitze
Italien erlebt einen extremen Sommer mit bereits vier Hitzewellen. In Neapel wurden zuletzt 48 Grad gemessen, der Po führt deutlich weniger Wasser und Winzer in Norditalien starten wegen der Hitze rund zehn Tage früher mit der Lese.
Italien kämpft in diesem Sommer mit einer Hitzeserie, die selbst für das an hohe Temperaturen gewöhnte Land außergewöhnlich ist. Bereits die vierte Hitzewelle des Jahres hat viele Regionen erfasst, in Neapel wurden zuletzt 48 Grad gemessen. Zwar ziehen inzwischen Gewitter über das Land, doch nach Einschätzung von ARD-Korrespondent Tilman Kleinjung ist von echter Abkühlung vorerst wenig zu merken.
Städte werden zur Sauna
Besonders hart trifft es die großen Städte. In Metropolen wie Rom bleibt die Hitze nicht nur tagsüber extrem, auch nachts kühlen die dicht bebauten Zentren kaum noch ab. Dazu kommt eine hohe Luftfeuchtigkeit, die das Wetter zusätzlich belastend macht. Anfang des Monats galt deshalb in 27 italienischen Großstädten die höchste Warnstufe für Hitzealarm. Diese rote Stufe bedeutet laut Regierung akute Gesundheitsrisiken – nicht nur für Ältere und andere gefährdete Gruppen, sondern auch für gesunde Menschen.
- mehrere Hitzewellen in wenigen Monaten
- kaum nächtliche Abkühlung in den Städten
- hohe Luftfeuchtigkeit verschärft die Belastung
Auch Flüsse, Seen und Weinbau leiden
Die Folgen zeigen sich längst nicht nur in den Innenstädten. Der Po, Italiens längster Fluss, führt nach Messungen der Behörden deutlich weniger Wasser als üblich. Auch der Lago Maggiore nähert sich Medienberichten zufolge einem historischen Tiefstand. Im nördlichen Teil der Adria wurden zudem Wassertemperaturen von mehr als 30 Grad gemessen.
Für die Winzer wird die Lage ebenfalls zum Wettlauf gegen die Zeit. In der norditalienischen Weinregion Franciacorta begann die Lese rund zehn Tage früher als sonst, weil die Trauben durch wochenlange Temperaturen von 37 bis 38 Grad schneller reiften. Einige Betriebe ernten deshalb schon ab 4 Uhr morgens unter Flutlicht, um die Früchte rechtzeitig in die Pressen zu bringen. Der Klimawandel verkürzt damit das Erntefenster spürbar – und macht aus wenigen Tagen schnell den Unterschied zwischen einem guten und einem schwachen Jahrgang.
Wie viele Menschen die Hitzewellen bislang das Leben gekostet haben, ist offiziell noch unklar. Forscher sprechen jedoch von einer Übersterblichkeit von 8.000 Toten. Fest steht schon jetzt: Dieser Sommer bringt Italien an seine Grenzen.
Quelle: Tagesschau