Marijam Agischewa: Wie André Rieu zu »Die jungen Ärzte« kam – und ihre Herkunft aus China

Marijam Agischewa: Wie André Rieu zu »Die jungen Ärzte« kam – und ihre Herkunft aus China

Marijam Agischewa im »Riverboat«: André Rieu schaute im Lockdown »Die jungen Ärzte« und wollte mitspielen – sie schlug es vor. Dazu: geboren in China, DDR-Star mit »Marta, Marta«, verheiratet mit Georg Alexander.

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Im MDR-Talk »Riverboat« am 23. Oktober 2026 hat Marijam Agischewa erzählt, wie André Rieu zu einer Gastrolle in der ARD-Serie »In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte« kam. Die Schauspielerin spielt dort seit 2015 Prof. Dr. Karin Patzelt. Das ganze Gespräch steht in der ARD Mediathek.

Wie André Rieu zu »Die jungen Ärzte« kam

Rieu lud die Schauspieler der Serie in sein Konzert ein: „Ich war noch nie in einem Konzert von André Rieu“, sagt Agischewa. In der Pause kam eine Einladung zum Abendessen. Dort habe Rieu erzählt, er habe während des Lockdowns immer »Die jungen Ärzte« geschaut und würde gern einmal mitspielen. „Da dachte ich, warum eigentlich nicht? Ich habe das dann bei uns in der Leitungsebene vorgeschlagen. Das ist auch angenommen worden.“ Im Juni 2024 drehte Rieu im Erfurter »Johannes-Thal-Klinikum«; die Folge lief am 20. Februar 2025 im Ersten. Rieu spielte sich selbst und besuchte eine Patientin, die bei seinem Konzert gestürzt war.

Die Szene habe einen wahren Hintergrund, erzählt Agischewa: Bei einem seiner Konzerte sei eine Frau umgefallen und ins Krankenhaus gekommen, Rieu habe ihr danach einen Blumenstrauß gebracht. „Und da war keine Presse dabei. Das hat er einfach nur so gemacht.“ Schon 2024 hatte Rieu gesagt, er und seine Frau hätten in der Corona-Zeit jeden Abend eine Folge gesehen.

Herkunft: von China in die DDR

Marijam Agischewa wurde am 22. Dezember 1958 im chinesischen Hangzhou geboren. Ihr Vater, der Wiener Sinologe Ernst Schwarz, war 1938 nach Shanghai geflohen, ihre Mutter ist Tatarin. Mit zwei Jahren kam sie in die DDR und wuchs in Ost-Berlin auf. Mit 16 stand sie für den Fernsehfilm »Geschwister« (1975) vor der Kamera. Die Rolle der Schwesternschülerin Marta in »Marta, Marta« (1979) bekam sie, weil sie als Schauspielschülerin in der Kantine des Fernsehens aß und dort angesprochen wurde. 1980 wurde sie zur beliebtesten Schauspielerin der DDR gewählt. 1989, Monate vor der Wende, kehrte sie von einer genehmigten Reise in die USA nicht zurück. Danach spielte sie unter anderem in »Freunde fürs Leben«, »Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen« und im »Tatort«.

Sängerin, Fanpost und Ehemann Georg Alexander

Im »Riverboat« zeigte die Redaktion auch eine Archivaufnahme, in der Agischewa singt. Man habe sie damals überredet, sagt sie, sie habe es dann wieder sein lassen. Fanpost bekam sie reichlich, darunter mehrere Heiratsanträge. Einmal stand ein Mann mit zwei Ringen in ihrer Wohnung, ein anderer zündete ihre Wohnungstür an, weil sie seinen Antrag nicht annahm. Seit 1995 ist sie mit Georg Alexander verheiratet, dem früheren Leiter der ZDF-Spielfilmredaktion. Aus ihrer ersten Ehe mit dem Schauspieler Wolfgang Häntsch hat sie eine Tochter, Olivia (geboren 1987).

»Sie waren neun«

Am 8. November ist sie mit der szenischen Lesung »Sie waren neun. Der Weg in die Freiheit« im Theater am Rand zu sehen. Es geht um neun Frauen der französischen Résistance, die das KZ Ravensbrück und einen Todesmarsch überlebten. Vom 11. bis 16. April 2027 geht die Lesung erneut auf Tour, unter anderem nach Berlin, Magdeburg, Kassel, Dessau und Wittenberg.

Bemerkenswert: Die Idee zur Szene mit den Blumen kam laut Agischewa von Rieu selbst – „das könnten wir doch in die Serie packen“.

Quellen: MDR »Riverboat«, 23. Oktober 2026 (ARD Mediathek); Joyn, 20. Februar 2025; TV Movie, 12. Juni 2024; Wikipedia (Marijam Agischewa, Marta, Marta).