Michael Thilo ist tot: Der Sänger des ersten Benjamin-Blümchen-Lieds starb mit 81
Michael Thilo (Michael-Tilo Amft), Sänger des Original-Titellieds von »Benjamin Blümchen« und DDR-Schlagerstar (»Barbara«), starb am 3. März 2026 mit 81 Jahren.
Wer mit Hörspielkassetten groß geworden ist, kennt seine Stimme – seinen Namen kennen nur wenige: Michael Thilo, Sänger des ursprünglichen Titellieds der Hörspielreihe »Benjamin Blümchen«, ist tot. Er starb bereits am 3. März 2026 im oberfränkischen Guttenberg (Landkreis Kulmbach). Er wurde 81 Jahre alt.
Michael Thilo: Tod erst sieben Monate später bekannt
Öffentlich wurde der Tod erst Anfang Oktober. Zuerst hatte die Facebook-Fanseite »Kofferradio« an den Musiker erinnert, dann bestätigte sein Sohn Enrico Amft dem »Münchner Merkur« den Tod seines Vaters. Zur Todesursache machte er keine Angaben.
Vom DDR-Label Amiga in den Westen
Geboren wurde Michael Thilo am 22. September 1944 in Dresden, sein bürgerlicher Name: Michael-Tilo Amft. 1969 entstand seine erste Rundfunkaufnahme beim DDR-Label Amiga. Erfolg hatte er unter anderem mit dem Lied »Barbara«, mit Aurora Lacasa sang er das Duett »Ich denk an den Winter«. In den 70er-Jahren blieb er nach einem Gastspiel im Westen und machte dort unter dem Namen Michael Thilo weiter. Er trat im Fernsehen auf und veröffentlichte Singles und Alben zwischen Schlager und Liedermacher-Stücken.
Das Benjamin-Blümchen-Lied: »Auf 'ner schönen grünen Wiese«
Ende der 1970er-Jahre sang Thilo das Titellied der Hörspielreihe »Benjamin Blümchen« und begleitete sich dabei selbst auf der Gitarre. Von 1977 bis 1987 war seine Version in den ersten 57 Folgen zu hören. Nachdem die Rechte an der Reihe in den 80er-Jahren verkauft worden waren, wurde seine Aufnahme durch eine andere Fassung ersetzt.
In der Familie spielte das Lied eine kleinere Rolle. »Benjamin Blümchen war eher eine Randerscheinung«, sagte Sohn Enrico dem »Münchner Merkur«. »Das war für Außenstehende immer größer als für uns.«
Was bleibt
Bis 2009 stand Michael Thilo laut seinem Sohn regelmäßig in der Zitadelle in Berlin auf der Bühne, danach zog er sich zurück. Seine Musik entdeckt die Familie immer wieder neu: »Ich stoße nach wie vor noch auf Musik von ihm, die ich noch nicht kannte und an der ich sehe, wie vielfältig er damals war«, so Enrico Amft.
Quellen: Münchner Merkur (via BILD, BUNTE, GALA, RTL, t-online, SchlagerPlanet, 1. Oktober 2026); dpa (via Krone, oe24, 1. Oktober 2026); TAG24 (2. Oktober 2026). Bilder: DDR-Fernsehen (Archiv, rbb) und Privataufnahmen, YouTube.
