Rave mit Trauer und Polizei

Rave mit Trauer und Polizei

Bei „Rave the Planet“ in Berlin haben Tausende mit einer Schweigeminute der Opfer des CSD-Anschlags gedacht. Zu der Technoparade werden rund 300.000 Menschen erwartet, abgesichert von 1.500 Polizisten und strengen Schutzmaßnahmen.

Die Berliner Technoparade „Rave the Planet“ ist am Samstag mit einem stillen Moment gestartet: Zum Auftakt legten Tausende im Tiergarten eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags am Rande des CSD vor drei Wochen ein. Danach wurde aus dem Gedenken wieder Bewegung – bei der fünften Ausgabe der Parade, zu der die Veranstalter etwa 300.000 Teilnehmer erwarten.

Unter dem Motto „Imagine Love“ zieht der Demonstrationszug zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule über die Straße des 17. Juni. Die Route verläuft damit in der Nähe des Ortes, an dem am 25. Juli eine Frau getötet und mindestens 31 Menschen teils schwer verletzt wurden. Mitgründer Dr. Motte rief bei der Auftaktkundgebung dazu auf, an Liebe zu denken. Auch vom CSD-Verein kam ein Signal des Durchhaltens und der Haltung.

Sicherheit im Mittelpunkt

Wegen der angespannten Lage ist das Sicherheitskonzept in diesem Jahr besonders umfangreich. Die Berliner Polizei begleitet das als Demonstration angemeldete Event mit rund 1.500 Einsatzkräften, unterstützt von Kollegen aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Zum Einsatz kommen außerdem ein Hubschrauber, Drohnen sowie abgestufte Schutzzonen und Sperren entlang der Strecke.

Hitze als zusätzliche Belastung

Neben der Sicherheitslage fordert auch das Wetter die Einsatzkräfte: In Berlin werden bis zu 36 Grad erwartet. Zur Abkühlung will die Polizei mindestens einen Wasserwerfer nutzen, der Sprühnebel erzeugen kann. Laut Veranstalter gibt es entlang der Route drei Stellen mit kostenlosem Trinkwasser, dazu Ruhe- und Abkühlungsplätze im Großen Tiergarten.

Wichtig für Besucher: Auf der Parade gilt ein Glasverbot. Erlaubt und ausdrücklich empfohlen sind bruchsichere, wiederbefüllbare Flaschen. Im vergangenen Jahr mussten zahlreiche Menschen medizinisch versorgt werden – nach Feuerwehrangaben meist wegen typischer Festivalprobleme wie Alkohol- oder Drogenkonsum. Die Parade soll laut Veranstaltern bis 22 Uhr dauern.

Foto: Wikimedia Commons / Till Krech, CC BY 2.0