Schürzenjäger in Brasilien: Drei Tage Alpenrock bei den Donauschwaben von Entre Rios
Die Schürzenjäger in Brasilien: Warum die Alpenrocker aus Tirol ausgerechnet in Entre Rios so gefeiert werden.
Die Schürzenjäger – bis 1996 als Zillertaler Schürzenjäger bekannt – sind für drei Konzerte nach Brasilien geflogen. »14 Stunden Flug, in Curitiba gelandet«, schrieb die Band am 14. Oktober 2026 auf Instagram. Danach ging es noch rund fünf Stunden weiter nach Entre Rios, einem Bezirk von Guarapuava im Bundesstaat Paraná. Dort waren die Schürzenjäger schon 2012 aufgetreten: »Nach 2012 ist es endlich wieder so weit«, hieß es vor der Abreise.
Entre Rios ist eine Siedlung der Donauschwaben. 1951 ließen sich dort donauschwäbische Auswanderer nieder, nach dem Zweiten Weltkrieg, nach Flucht und Vertreibung. Die meisten Siedler sind in der Genossenschaft Agrária organisiert, einem der größten Agrarunternehmen Südamerikas. Im Heimatmuseum von Entre Rios ließ sich die Band die Geschichte der Kolonie zeigen, die 2026 ihr 75-jähriges Bestehen feiert.
Drei Tage standen die Schürzenjäger auf der Bühne. »Beim Zillertaler Hochzeitsmarsch gibt es kein Halten mehr – egal ob in Tirol oder hier im Herzen von Paraná«, schreibt die Band. Den Hochzeitsmarsch, eine traditionelle Volkstanzmelodie, hatten die damaligen Zillertaler Schürzenjäger 1991 auf ihrem Album »Zillertaler Schürzenjäger '92« veröffentlicht. Zum Abschluss gab es ein Familienkonzert: »Zu sehen, wie Generationen gemeinsam feiern, berührt uns sehr.« Und zum Abschied: »Ihr werdet uns fehlen!« Die Band hofft, »ganz bald wieder« nach Entre Rios zu kommen.
Bemerkenswert: Das Publikum in Dirndl und Tracht waren keine Touristen, sondern Nachfahren von Auswanderern, die Kultur und Tradition ihrer Familien seit 75 Jahren und tausende Kilometer von Europa entfernt pflegen.
Quellen: Instagram @schuerzenjaegerofficial (10. bis 20. Oktober 2026), YouTube SCHÜRZENJÄGER (22. Oktober 2026), Wikipedia (Entre Rios, Guarapuava; Schürzenjäger).
