Sydney Sweeney wirbt fast nackt für eine Sport-App – und Sportlerinnen laufen Sturm
Sydney Sweeney wirbt fast nackt für die Sport-App Novig. Olympiasiegerin Ariarne Titmus spricht von einem Schlag ins Gesicht, deutsche Sportlerinnen setzen eigene Videos dagegen.
Die Kampagne heißt »Just Sports« – zu sehen ist darin vor allem Sydney Sweeney, fast unbekleidet und bedeckt nur von Sportbällen. Seit dem 9. September läuft der Spot für die amerikanische Sport-App Novig. Die 29-Jährige ist dabei nicht nur das Werbegesicht, sondern auch Teilhaberin des Unternehmens.
Was Novig ist
Novig kommt aus den USA und funktioniert als Handelsplatz für Sport-Prognosen: Nutzer handeln mit erwarteten Ergebnissen von Sportereignissen. Mitmachen darf, wer mindestens 21 Jahre alt ist.
„Ein Schlag ins Gesicht“
Der Widerspruch kommt aus dem Spitzensport. Die australische Schwimmerin Ariarne Titmus, vierfache Olympiasiegerin, schreibt: „Ich kann gar nicht beschreiben, wie wütend ich bin, wenn ich das sehe.“ Der Spot sei „nicht nur ein Schlag ins Gesicht für jede Frau, die ihr Leben der Perfektionierung ihres sportlichen Handwerks gewidmet hat“.
„Respectfully, Sydney Sweeney …“
Unter diesem Motto ist eine Gegenbewegung entstanden: Sportlerinnen stellen eigene Videos dagegen – Training, Muskeln, Schweiß. Die englische Sprinterin Amy Hunt fasst es zusammen: „Sydney Sweeney, so sehen Frauen im Sport wirklich aus: Muskeln, Schweiß und harte Arbeit.“
Auch aus Deutschland kommt Gegenwind
Nach Angaben des Sport-Informations-Dienstes beteiligen sich auch die Turnerin Emma Malewski und die Fußballerinnen des 1. FC Köln. Die Leichtathletin Mai-Brit Vaupel wird grundsätzlich: „Das Problem ist nicht die Nacktheit. Das Problem sind der Kontext und der Zweck dahinter.“ Sportlerinnen kämpften seit Jahren dafür, „für ihre Leistungen und nicht in erster Linie für ihr Aussehen anerkannt zu werden“.
Sweeney antwortet nur indirekt
Die Schauspielerin selbst äußert sich zur Kritik nicht. Einen Tag nach der Veröffentlichung teilte sie in ihren Instagram-Storys alte Titelbilder aus dem „Body Issue“ des Sportsenders ESPN – darauf posieren Serena Williams und Ronda Rousey nackt. Ein Kommentar dazu fehlte.
Nicht der erste Sturm
Bereits 2025 hatte eine Kampagne mit Sweeney für Aufregung gesorgt: Der Modemarke American Eagle wurde ein Wortspiel um „jeans“ und „genes“ als Anspielung auf Schönheitsnormen vorgeworfen.
Was die Kritik im Kern trifft
Die australische Tennisspielerin Priscilla Hon bringt den Einwand auf den Punkt: „Sport sollte einer der Orte sein, bei dem es darum geht, was der Körper tun kann, nicht wie er aussieht.“
