Uwe Hübner über Nino de Angelo: „Macht es einem nicht immer leicht“

Uwe Hübner über Nino de Angelo: „Macht es einem nicht immer leicht“

Uwe Hübner hat auf Facebook einen langen Text über Nino de Angelo veröffentlicht: Er nennt dessen Stimme die beste Deutschlands, kritisiert aber dessen Auftreten bei „Promi Big Brother“ – und schwärmt vom neuen Album.

Video ansehen auf YouTubeVideo ansehen auf YouTube

Uwe Hübner über Nino de Angelo – das ist an diesem Dienstag kein Verriss und keine Lobhudelei, sondern beides zugleich. Der frühere Moderator der „ZDF-Hitparade“ hat am 18. August 2026 um 8:42 Uhr auf seinem Facebook-Profil einen langen Text veröffentlicht, der mit dem Satz beginnt: „NINO DE ANGELO macht es einem nicht immer leicht.“

Der Anlass: eine Aussage über sich selbst

Hübner nimmt Bezug auf eine Schlagzeile der vergangenen Tage. „Man kann im Netz lesen, er habe sich selbst ‚den besten Sänger und Entertainer Deutschlands‘ genannt“, schreibt er – und schiebt vorsichtig hinterher: „Wenn wirklich gesagt: Große Ansage.“ Hintergrund ist ein Instagram-Beitrag de Angelos, über den unter anderem Promiflash am 7. August 2026 berichtete; dort wird der Sänger mit den Worten zitiert, er sei „deutschlandweit der beste Sänger und Entertainer“.

„Der Mann hat die geilste Stimme Deutschlands“

Beim Entertainer bleibt Hübner skeptisch, bei der Stimme nicht: „Über den Entertainer kann man streiten. Aber bei der Stimme? Da bin ich mir seit Jahrzehnten einig. Schon in meiner ‚ZDF-Hitparade‘ verkündigte ich: Der Mann hat die geilste Stimme Deutschlands. Bei dieser Aussage von damals bleibe ich.“

Hübner weiß, wovon er spricht: Er moderierte die „ZDF-Hitparade“ von seiner ersten Sendung am 10. Januar 1990 bis zur letzten Ausgabe am 16. Dezember 2000. Nino de Angelo stand in dieser Zeit mehrfach in der Sendung – etwa am 12. August 2000 mit „Schwindelfrei“.

Die Kritik: „Nino, was machst du da?“

Dann kommt der harte Teil. Hübner schreibt, er habe de Angelo persönlich kennengelernt und „viel gehört. Schöne Dinge. Schwierige Dinge“ – und: „Wenn man in Köln lebt, erfährt man mehr, als einem manchmal lieb ist.“ Seine Kunst habe er trotzdem immer verteidigt. Doch: „Doch bei ‚Promi Big Brother‘ war selbst ich fassungslos. Da dachte ich nur: Nino, was machst du da? Kindisch, völlig drüber – viele Fans waren verunsichert. Ich auch.“

Zur Einordnung: Gemeint ist keine aktuelle Show. Nino de Angelo war 2015 Bewohner der dritten Staffel von „Promi Big Brother“ – Einzug am 14. August, Auszug am 28. August 2015, am Ende belegte er Platz 3.

Auch de Angelos Verhältnis zum Schlager greift Hübner auf: „Und als er dann den Schlager fast schon verteufelte, später aber wieder dessen große Bühnen nutzte, dachte ich ebenfalls: Ja, was denn nun?“

Und dann das Lob: „Das Ding ist richtig, richtig klasse“

Es gebe aber auch die anderen Momente, schreibt Hübner: „Wenn er laut und mutig gegen fragwürdige Mechanismen in den Charts schießt. Wenn er ausspricht, was andere nur hinter vorgehaltener Hand sagen.“ Und dann das neue Album: „Leute, das Ding ist richtig, richtig klasse. Nicht ‚für sein Alter ok‘. Nicht ‚ganz ordentlich‘. Nein: Richtig klasse! Diese Stimme ist da. Diese Kraft. Dieses Gefühl. Das packt mich einfach. Als Italo-Freak sowieso.“

Gemeint ist „Vivi la Vita“, de Angelos Italo-Album, das am 12. Juni 2026 erschienen ist – mit italienischen Klassikern wie „L’Italiano“ und „Azzurro“ und einem Duett mit Marina Marx.

Das Fazit: „begeistern, nerven, enttäuschen“

Am Ende wünscht Hübner dem Sänger „von Herzen, dass jetzt noch einmal ein echt geiles, großes und möglichst langes Kapitel beginnt“. Und er hält beides nebeneinander aus: „Er hat sich das hart erkämpft. Klar, er hat auch einiges selbst verbockt. Beides ist wahr. Ich will ihn nicht heiligsprechen. Aber ich will ihn auch nicht nur auf seine Eskapaden reduzieren.“

Der Schlusssatz ist der, der bleiben dürfte: „Nino kann begeistern, nerven, enttäuschen – und dann singt er, und verdammt noch mal, alles ist wieder da. Für mich bleibt er eine der widersprüchlichsten, aber auch glänzendsten Künstlerpersönlichkeiten Deutschlands. Wie seht Ihr das?“

Quellen

Facebook-Beitrag von Uwe Hübner vom 18. August 2026, 8:42 Uhr (facebook.com/uwe.hubner.3) – von der Redaktion im Original geprüft; smago! („Uwe Hübner: ‚Nino de Angelo macht es einem nicht immer leicht!‘“, 18.8.2026, 17:08 Uhr); schlagerprofis.de (Hübners erste „ZDF-Hitparade“ am 10.1.1990); bbfun.de (Promi Big Brother 2015, Staffel 3); promiflash.de (7.8.2026); smago! (Album „Vivi la Vita“, Veröffentlichung 12.6.2026).