Vincent Gross: Fake-Todesmeldung im Netz – dem Schlagerstar geht es gut

Vincent Gross: Fake-Todesmeldung im Netz – dem Schlagerstar geht es gut

Vincent Gross ist gesund. Eine Fake-Todesmeldung auf YouTube behauptete das Gegenteil – schon zum dritten Mal in einer Woche. Der Schweizer Schlagerstar erklärt jetzt selbst, wie die Masche funktioniert und was Fans dagegen tun können.

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Vincent Gross lebt und ist gesund. Das muss man in diesem Fall voranstellen, denn im Netz kursierte in den vergangenen Tagen das Gegenteil: eine Fake-Todesmeldung über den Schweizer Schlagersänger. Die Videos dahinter sind frei erfunden – und sie folgen einem Geschäftsmodell, das der 29-Jährige jetzt selbst öffentlich erklärt hat.

„Keine Angst – ich bin wohlauf und kerngesund!“

Am Abend des 17. August 2026 meldete sich Gross selbst zu Wort. In seinem Beitrag schreibt er, er sei „letzte Woche anscheinend an Darmkrebs gestorben“, und stellt sofort klar: „Keine Angst – ich bin wohl auf und kerngesund!“ Er habe den Hinweis bewusst präventiv geteilt, um „die Masche zu erklären, die hinter diesen vermeintlich tragischen Fake-News Videos steckt“. Sein Appell zum Schluss: „Nicht alles glauben und solche Videos direkt melden!“

Permalink des Instagram-Beitrags: instagram.com/reel/DcJ0AXvsp1v (@vincentgross). Denselben Wortlaut trägt ein 48 Sekunden langes Video, das am 17. August 2026 um 21:55 Uhr auf YouTube veröffentlicht wurde.

Drei Fake-Todesmeldungen in einer einzigen Woche

Gegenüber dem Schweizer Portal Blick sagte Gross am 18. August 2026: „Ich bin jetzt diese Woche, glaube ich, schon zum dritten Mal gestorben.“ Ein Video trug demnach die erfundene Schlagzeile „Endstadium Krebs: Vincent Gross (29) verabschiedet sich von seinen Schweizer Fans“. Dazu liefen Lieder, die gar nicht von ihm sind – Gross dazu trocken: „Das sind nicht mal Songs von mir.“ Und mit Blick auf seine Kollegin Beatrice Egli, die in dem Fake-Video ebenfalls vorkam: „Immerhin: Beatrice trauert um mich.“

So verdienen die Betrüger Geld

Das Prinzip ist simpel und deshalb so verbreitet. In seinem eigenen Beitrag beschreibt Gross es so: Die Betrüger erfinden reisserische „Breaking News“, auf die die Leute klicken, und verdienen ihr Geld an der Werbung, die sie vor das Video schalten. Gegenüber Blick formulierte er es fast wortgleich: „Die posten solche Fake-News, dass ich tot bin, die Leute klicken drauf und dann schalten die Werbung vor die Videos, dadurch machen die ihr Geld.“ Der angebliche Todesfall eines bekannten Menschen ist dabei nichts als der Köder für den Klick.

Was Gross fordert – und was Fans selbst tun können

Gross fordert die Plattform auf, solche Inhalte automatisch herauszufiltern. Bis das passiert, bleibt vor allem eines: solche Videos nicht weiterleiten, sondern melden.

Ein zweiter, praktischer Hinweis betrifft die Kanäle selbst. Wer prüfen will, ob ein Profil echt ist, schaut auf die offizielle Website des Künstlers – dort sind die echten Kanäle verlinkt. Auf vincentgross.ch ist als YouTube-Kanal jener mit der ID UC0yCRc0QhnXz1at1hWLfO6w („Vincent Gross“, rund 69.700 Abonnenten, angelegt 2011) hinterlegt. Daneben existiert auf YouTube ein Kanal namens „Vincent Gross official“, der am 30. Juni 2026 angelegt wurde, rund 300 Abonnenten hat und in seiner Kanalbeschreibung darum bittet, ihn persönlich über Telegram oder WhatsApp anzuschreiben. Auf der offiziellen Website ist dieser Kanal nicht verlinkt. Gross selbst hat schon 2024 betont, dass er Fans nie privat um Geld bittet.

Kein Einzelfall

Der Sänger kämpft seit Jahren gegen gefälschte Profile in seinem Namen. Die Bote der Urschweiz berichtete bereits im November 2024, Gross habe den Überblick über mehr als 1.000 Fake-Profile verloren; eine junge Frau habe einem Betrüger, der sich als Gross ausgab, ihre gesamten Ersparnisse überwiesen. Sein Management kritisierte damals, dass Plattformen und Behörden kaum weiterhelfen.

Auch andere Prominente trifft es: Laut Blick wurden in der Schweiz unter anderem SRF-Moderatorin Sandra Boner und Alt-Bundesrat Adolf Ogi für solche Zwecke missbraucht. Im deutschen Schlager traf es im April 2026 Sonia Liebing, über die ebenfalls falsche Todesmeldungen kursierten.

Quellen

Instagram @vincentgross, 17.8.2026 (Permalink); Blick.ch, 18.8.2026, 11:44 Uhr (aktualisiert 12:21 Uhr), Silja Anders: „Bin letzte Woche gestorben“ sowie „Bin diese Woche schon zum dritten Mal gestorben“; leinetal24.de, 18.8.2026; bote.ch, 27.11.2024; oe24.at, 13.4.2026; YouTube Data API (Kanal- und Videodaten, abgerufen am 18.8.2026); vincentgross.ch.

Bildquellen (alle YouTube, Kanal Vincent Gross bzw. ICH FIND SCHLAGER TOLL): „Camping“ (Official Video), „Ouzo“ (Official Video), „Rum“ (Official Video), „Ich frage für nen Freund“ (Official Video, mit Tim Peters), Schlagerbooom Open Air Kitzbühel 2025, ZDF-Fernsehgarten 14.6.2026.