Vom Minenopfer zum Helfer

Vom Minenopfer zum Helfer

Der ukrainische Veteran Valentin Melnyk verlor im Krieg ein Bein und lernt seit Mai in Berlin, Prothesen herzustellen. Der 24-Jährige will nach seiner Ausbildung in die Ukraine zurückkehren und anderen Versehrten helfen.

Valentin Melnyk kam als Patient nach Berlin – und arbeitet dort jetzt an seiner Zukunft. Der 24-jährige ukrainische Veteran hat im Krieg ein Bein verloren und lernt inzwischen, wie Prothesen hergestellt werden. Sein Ziel ist klar: Nach der Ausbildung will er in die Ukraine zurückkehren und anderen Verwundeten helfen, wieder in den Alltag zu finden.

In der Werkstatt und beim Gehtraining begleitet ihn Orthopädiemeister Daniel Koch. Melnyk übt mit einer passgenauen Unterschenkelprothese Treppen und Rampen, nur ein leichtes Hinken ist noch zu sehen. Für Koch ist der junge Ukrainer längst mehr als ein Patient: Er bildet ihn auch zum Orthopädietechniker aus.

Aus Berlin zurück ins zivile Leben

Melnyk wurde nach eigenen Angaben vor 15 Monaten schwer verletzt, als seine Einheit auf dem Rückweg von einem Einsatz auf eine Mine fuhr. Ein Jahr verbrachte er im Krankenhaus. Danach bewarb er sich für ein Projekt, das ehemaligen ukrainischen Soldaten mit Kriegsverletzungen eine Ausbildung im Bereich Orthopädietechnik ermöglicht.

Seit Mai lernt er gemeinsam mit sieben weiteren Veteranen unter anderem in Berliner Werkstätten. Für Melnyk ist die Ausbildung nicht nur ein Berufseinstieg, sondern auch ein Weg zurück in ein ziviles Leben.

Hilfe für Verwundete, neue Perspektiven

Die beteiligten Orthopädieunternehmen kooperieren eng mit der Hilfsorganisation Life Bridge Ukraine. Das gemeinnützige Projekt wurde 2022 von Janine von Wolfersdorff gegründet. Zunächst ging es darum, verwundete ukrainische Soldaten nach Berlin zu bringen, sie dort behandeln zu lassen und mit Prothesen zu versorgen. Mit der Ausbildung bekommt das Ganze nun eine neue Ebene: Aus Versehrten sollen Fachkräfte werden, die später selbst anderen helfen können.

Quelle: Tagesschau