Wal Timmy: Taucher Fred Babbel verklagt Karin Walter-Mommert auf 1,3 Millionen Euro
Tauchunternehmer Fred Babbel verklagt Karin Walter-Mommert auf 1,3 Millionen Euro für die Rettung von Buckelwal Timmy. Sie will derzeit nicht zahlen und wirft ihm Verstöße gegen das Rettungskonzept vor.
Der Buckelwal Timmy ist seit Mai tot – der Streit um seine Rettung landet vor Gericht. Tauchunternehmer Fred Babbel verklagt die Unternehmerin Karin Walter-Mommert auf 1,3 Millionen Euro. Das berichtet die Ostsee-Zeitung und beruft sich auf die Klageschrift und einen Sprecher des Landgerichts Schwerin. Es geht um eine offene Schlussrechnung. Zuvor hatten sich beide Seiten trotz mehrerer Schreiben zwischen ihren Anwälten nicht einigen können.
Babbel: Schlepper, Barge und ein Team auf Poel
Babbel war beim Rettungsversuch im April technischer Dienstleister. Er brachte sein Team aus Spezialisten auf die Insel Poel und organisierte unter anderem die Schlepper und die Barge, mit der der Wal in Richtung Nordsee gebracht wurde. Auch die von ihm beauftragten Firmen warten nach seinen Angaben auf ihr Geld. Die Ostsee-Zeitung titelt, dem Unternehmer drohe die Insolvenz. Babbel fordert das Geld allein von Walter-Mommert: Sie habe sein Angebot bestätigt.
Zur Kritik an den Baggerarbeiten unter dem Wal hatte Babbel im April gesagt: »Ich will, dass er überlebt, und da ist es mir egal, was andere Leute darüber denken. Das ist meine Arbeit, und wir wollen, dass der Wal da lebend rauskommt.«
Walter-Mommert: derzeit keine Zahlung
Walter-Mommert verwies auf Anfrage auf eine Stellungnahme ihrer Anwälte. Danach will sie derzeit nicht zahlen. Sie wirft Babbel vor, Vorgaben des Bergungs- und Rettungskonzepts nicht eingehalten zu haben, und fordert weitere Unterlagen, die Aufschluss über die Freilassung des Wals geben könnten. Einen Vergleichsvorschlag wies sie zurück.
Über die Freilassung hatten Geldgeber und Verantwortliche an Bord schon im Mai gestritten. Walter-Mommert sagte damals im NDR über den Morgen der Freilassung: »Nachdem wir uns sortiert haben, was überhaupt passiert ist an diesem Morgen, haben wir uns ganz deutlich davon distanziert, weil wir hatten andere Pläne.«
Walter Gunz: Kostenzusage nicht zugestimmt
Gemeinsam mit Media-Markt-Mitgründer Walter Gunz hatte Walter-Mommert die millionenschwere Privatinitiative zur Rettung des Wals getragen. Auch zwischen den Geldgebern gibt es inzwischen Vorwürfe: Gunz ließ über seinen Anwalt mitteilen, von der Kostenzusage gegenüber dem Ministerium habe er nichts gewusst und ihr auch nicht zugestimmt.
Timmys Weg: von Poel bis Anholt
Der Buckelwal war am 3. März erstmals im Hafen von Wismar gesichtet worden und lag später wochenlang vor der Insel Poel. Ende April brachte ihn die private Rettungsmission mit einer Barge in Richtung Nordsee, am 2. Mai wurde er vor Skagen freigelassen. Experten hatten seine Überlebenschancen von Anfang an als gering eingeschätzt. Knapp zwei Wochen später wurde Timmy tot vor der dänischen Insel Anholt entdeckt.
Wie es weitergeht
Über die Klage entscheidet das Landgericht Schwerin. Ein Verhandlungstermin ist bisher nicht bekannt.
Quellen: Ostsee-Zeitung (1. Oktober 2026); BILD (1. Oktober 2026); RTL.de (2. Oktober 2026); oe24 (1. Oktober 2026); NDR; Wikipedia »Timmy (Buckelwal)«. Videos: NEWS5 und Nordreport Media (April 2026), BILD, WELT, NDR – YouTube.
