Peter Maffay (77): »Da verblasst jeder Whisky«

Musik News aus Schlager & Volksmusik: Peter Maffay spricht mit 77 so offen wie selten: über die Zeit, die ihm bleibt, über Tochter Anouk und Sohn Yaris, über das Album »Nashville« mit Johannes Oerding – und darüber, warum er zur AfD nicht schweigen will.

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Musik News aus Schlager & Volksmusik: Peter Maffay spricht mit 77 so offen wie selten: über die Zeit, die ihm bleibt, über Tochter Anouk und Sohn Yaris, über das Album »Nashville« mit Johannes Oerding – und darüber, warum er zur AfD nicht schweigen will.

Peter Maffay ist im August 77 Jahre alt geworden – und spricht so offen wie selten. Im gemeinsamen Interview mit Johannes Oerding für den »Stern« sagt er, die Zahl 77 sei für ihn »sehr elektrisierend«. Er wisse, dass er sich »im letzten Viertel« seines Lebens befinde: »Ich denke darüber nach, wie viel Zeit mir noch mit den Menschen bleibt, die mir viel bedeuten.« Schon in der ZDF-Reihe »Song Trip« hatte er, damals noch mit 76, gesagt: »Ich bin 76 Jahre alt, also vermutlich in der letzten Sequenz meines Lebens. Noch sitze ich Gott sei Dank nicht hinterm Ofen.«

»Da verblasst jeder Whisky«: Peter Maffay über Tochter Anouk
Seine Prioritäten hätten sich verschoben, erzählt Maffay. Früher sei er nach Konzerten »an irgendeiner Whiskyflasche hängen geblieben«. Inzwischen hänge sein Herz an seiner siebenjährigen Tochter Anouk, die ihm abends »Papa, gute Nacht« sage. Sein Fazit: »Da verblasst jeder Whisky.«

Sohn Yaris: »Die Momente, wo man sich nah ist«
Auch Sohn Yaris Makkay (22) ist Musiker. Am 6. September sang er im ZDF-Fernsehgarten seine Rockballade »Papa«. Im ZDF-»Song Trip« sagt er offen: »Ich hab mit meinem Vater, muss man fairerweise sagen, nicht so viele Punkte, wo wir connecten. Und da ist dann natürlich diese Zeit, die man hat, wenn man bei Musik machen ist, umso kostbarer, weil das die Momente sind, wo man sich nah ist.«

Peter Maffay und Johannes Oerding: Album »Nashville« am 2. Oktober
Mit Johannes Oerding verbindet Maffay eine enge Freundschaft. Nach dem Tod ihrer Väter hätten sie sich »Vater-Sohn-Storys« erzählt, berichtet Oerding. Für Maffays Lied »Wenn wir uns wiedersehen«, das dieser seinem sterbenden Vater widmete, schrieb Oerding den Text. Ihr gemeinsames Album »Nashville« haben die beiden im Blackbird Studio in Nashville aufgenommen – es erscheint am 2. Oktober 2026. Der erste Song heißt »Ein Leben lang ist nicht lang«.

Maffay zur AfD: »Es ist unsere Verpflichtung, uns zu äußern«
Am Ende des »Stern«-Gesprächs geht es um Politik. Die Wahlerfolge der AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern erklärt Maffay mit einer »Unzulänglichkeit« der demokratischen Parteien: »Sie haben die Bindung zu den Menschen verloren und ignorieren deren Grundbedürfnisse und Ängste. Sie sprechen nicht mehr deren Sprache.« Über die Wählerinnen und Wähler sagt er: »Die sind nicht alle rechtsradikal.« Künstler müssten Gegenwind aushalten: »Es ist unsere Verpflichtung, uns zu äußern.« Bequem zu sein, wäre aus seiner Sicht gefährlich. Oerding sagt mit Blick auf Sachsen-Anhalt, die Ergebnisse entsprächen nicht seiner Haltung, demokratische Entscheidungen müsse man aber akzeptieren – und wieder stärker miteinander ins Gespräch kommen.

Maffay gegen Gloria von Thurn und Taxis: das Spottvideo
Bei seinem Konzert auf Schloss St. Emmeram in Regensburg am 16. Juli 2026 sagte Maffay: »An diesem Ort, er ist so schön, er ist auch belastet durch einige Äußerungen und Positionierungen, Haltungen, die wir nicht teilen.« Und weiter: »Wir respektieren unser Grundgesetz, vor allem den Artikel 1, in dem es heißt: ›Die Würde des Menschen ist unantastbar‹. Radikale, rassistische, menschenverachtende Positionen lehnen wir ab. Egal, woher sie kommen.« Hausherrin Gloria von Thurn und Taxis hatte im Jahr zuvor AfD-Chefin Alice Weidel zu ihren Schlossfestspielen eingeladen; Vicky Leandros hatte damals erklärt, Weidel nicht im Publikum haben zu wollen.

Anfang August antwortete die Fürstin mit einem Instagram-Video, gepostet über den Account ihres Bruders Carl Graf von Schönburg-Glauchau. Darin ahmt sie Maffay samt rollendem R nach: »Dieser Platz hier, diese Bühne, dieses Haus ist wunderschön, aber es ist auch belastet« – und dann: »Wir sind für Toleranz, wir sind für Diversität und wir sind für … Na, ihr wisst schon.« Maffay sagte dazu Ende August im Interview mit t-online: »Damit disqualifiziert sie sich selbst.« Das Video sei »einfach unnötig und hat mit einer klaren Auseinandersetzung mit der Situation absolut nichts zu tun«. Und: »Damit möchte ich es auch belassen.«