Beatrice Egli: Reisen, Bodyshaming, schwierige Menschen – der Preis des Erfolgs
Seit 13 Jahren steht Beatrice Egli im Rampenlicht – doch in mehreren Interviews spricht sie offen darüber, was sie dieser Weg wirklich kostet.
Koffer packen, auftreten, weiterreisen – und irgendwann das Gefühl, nicht mehr zu wissen, wann man endlich wieder zu Hause ist. Beatrice Egli zählt zu den erfolgreichsten Schlagerstars im deutschsprachigen Raum, doch in einer Reihe von Gesprächen im Oktober 2026 macht sie keinen Hehl daraus, dass dieser Weg seinen Preis hat.
Der offene Umgang mit Schattenseiten ist für Egli kein neues Thema. Bereits früher hatte sie über Selbstzweifel nach ihrem DSDS-Sieg 2013 gesprochen: Laut einem Bericht vom Dezember 2020 habe sie damals erwartet, der Erfolg werde „ein Jahr" dauern und dann vorbei sein. Die ersten drei Jahre seien von Zweifeln begleitet gewesen. Auch über Bodyshaming und schwierige Begegnungen im Musikgeschäft sprach sie immer wieder öffentlich – ihren Auftritt bei „Gredig direkt" über Bodyshaming und Hasskommentare hatten wir bereits berichtet.
„Komplett unterschätzt" – das sagt Egli selbst
Gegenüber dem MDR nannte sie die ständige Reisetätigkeit als besonders zermürbend: „Das ist die Seite, die ich auch komplett unterschätzt habe und es auch immer wieder tue." Selbst nach Jahren auf Tour hat sie sich daran nicht gewöhnt – immer wieder überrasche sie die Erkenntnis: „Okay, es ist doch länger als ich gedacht habe, bis ich wieder heimkomme."
Dass die Belastung auch emotional tief geht, räumte sie in einem weiteren Gespräch ein: „Gleichzeitig gibt es Momente, in denen ich hadere oder weine. Das gehört genauso zum Leben." In der TV-Sendung „Gredig direkt" sprach sie zudem über Bodyshaming – sie habe „auf brutale Art und Weise" am eigenen Leib erfahren, was es bedeute, wegen des eigenen Aussehens verurteilt zu werden. Den Umgang damit beschreibt sie als fortlaufenden Lernprozess: „Das ist ein Prozess, den wir alle das Leben lang lernen dürfen."
In einem t-online-Interview, über das Schlager.de berichtete, blickte Egli auf 13 Jahre im Musikgeschäft zurück und sagte: „Nicht alle Begegnungen waren schön." Gleichzeitig zog sie daraus eine kämpferische Bilanz: „Aber auch durch schwierige Menschen und Situationen bin ich zu der starken Persönlichkeit geworden, die ich heute bin."
Am 10. Oktober 2026 schrieb sie Geschichte, als sie als erste Schweizer Solo-Künstlerin das Hallenstadion in Zürich füllte – ein Moment, der zeigt, dass der Weg trotz aller Mühen weit geführt hat. Auf die Frage, wie ihr jüngeres Ich diesen Erfolg wohl aufgenommen hätte, antwortete sie: „Ich glaube, die kleine Beatrice wäre einfach geflasht." Ihrem jüngeren Ich würde sie außerdem raten, an großen Träumen festzuhalten. „Es ist gut, groß zu Träumen und Träume zu haben. Denn Träume sind da, damit du die Power hast, durchzuhalten."
Konkrete neue Projekte oder Termine nannte Egli in den aktuellen Interviews nicht. Ihre Aussagen deuten aber darauf hin, dass sie den offenen Umgang mit den Schattenseiten des Erfolgs bewusst als Teil ihres öffentlichen Auftritts versteht – auch um anderen Mut zu machen, die ähnliche Erfahrungen kennen.