Falsche Star-Profile im Netz: Die Paldauer warnen ihre Fans
»Wir Musiker werden niemals Fans über private Profile anschreiben«: Die Paldauer melden sich mit einer Warnung zu Wort. Nik P., Semino Rossi und Norman Langen haben dasselbe erlebt – und in dokumentierten Fällen ging es um fünfstellige Beträge.
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Eine Nachricht im Postfach, angeblich vom Lieblingsstar persönlich. Ein freundlicher Einstieg, ein paar Zeilen hin und her – und irgendwann geht es um Geld. Diese Masche trifft im Schlager und in der Volksmusik nicht die Künstler selbst, sondern deren Publikum. Am Montag hat sich deshalb eine der bekanntesten Bands der Szene an ihre Fans gewandt.
»Wichtiger Hinweis!« – die Warnung der Paldauer
Am 17. August 2026 meldeten sich Die Paldauer auf ihrem Instagram-Kanal. Unter der Überschrift »Wichtiger Hinweis!« schreibt die Band, derzeit seien »vermehrt Fake-Accounts im Namen der PALDAUER bzw. einzelner Bandmitglieder im Umlauf«. Den Kern der Warnung fasst sie in einen einzigen Satz: »Wir Musiker werden niemals Fans über private Profile oder andere Accounts direkt anschreiben, um beispielsweise Freundschaften anzubieten, Nachrichten auszutauschen oder um Geld bzw. persönliche Daten zu bitten.«
Ganz aus der Welt schaffen lasse sich das nicht, räumt die Band ein. Umso mehr komme es auf die Fans an: verdächtige Profile und Nachrichten ignorieren, blockieren und melden – und im Zweifelsfall direkt im PALDAUER-Büro nachfragen. Als unsere Redaktion den Beitrag prüfte, stand er bei rund 360 Likes und gut einem Dutzend Kommentaren.
Nik P., Semino Rossi, Norman Langen: dieselbe Erfahrung
Neu ist das Problem nicht. Nik P. hatte bereits am 24. November 2025 auf Instagram eine »Öffentliche Warnung vor Fake-Accounts & Identitätsmissbrauch« veröffentlicht. Er schilderte darin Menschen, die fest davon überzeugt waren, mit ihm persönlich zu schreiben, und stellte klar: privat über Messenger kommuniziere er nicht mit Fans, und weder Geld noch Reisen noch persönliche Daten verlange er.
Semino Rossi wählte den Weg über ein Video an seine Fans. In seinem Namen gebe es sehr viele falsche Accounts, echt sei allein jener mit dem blauen Haken; Geld würde er »nie im Leben« fordern. Darüber berichtete Schlager.de am 6. Mai 2026.
Am weitesten ging Norman Langen: Er schaltete die Polizei ein. Unbekannte hatten mit seinem Namen und gestohlenen Fotos Profile aufgesetzt und darüber Fans zu Überweisungen gedrängt; eine der Betroffenen rutschte dadurch in finanzielle Schwierigkeiten. »Ich habe nur meinen offiziellen Account. Ich habe keinen privaten Zweit-Account«, sagte der Sänger im Podcast »Antenne Schlager Star-Talk«, nachzulesen bei Schlagerpuls vom 12. Februar 2026. Dort steht auch, was ihm die Polizei mitgab: melden und blockieren, viel mehr bleibe oft nicht.
14.000 Euro, 2.900 Euro: was der Betrug kostet
Wie hoch der Schaden im Einzelfall ausfällt, zeigt eine Übersicht von Schlager.de. Eine 76-Jährige überwies rund 14.000 Euro an ein gefälschtes Profil. Bei Beatrice Egli gab sich ein Account als ihre Mutter aus und forderte Zahlungen. Eine weitere Frau verlor etwa 2.900 Euro an ein Fake-Profil, das im Namen von »Der Graf« (Unheilig) auftrat.
Die zweite Masche: der erfundene Todesfall
Parallel zu den falschen Profilen laufen frei erfundene Meldungen über den angeblichen Tod bekannter Künstler. Wie sich damit Geld verdienen lässt, erklärte am 18. August 2026 im »Blick« ein Schweizer Schlagersänger, der binnen einer Woche mehrfach für tot erklärt worden war: Die Täter setzen die Falschmeldung in Umlauf, die Menschen klicken darauf, vor den Videos läuft Werbung – daran verdienen die Betrüger. Ihm selbst, stellte der Sänger klar, gehe es gut.
Einen solchen Fall hat FOLX TV ausführlich dokumentiert: Vincent Gross: Fake-Todesmeldung im Netz – dem Schlagerstar geht es gut.
Woran ein falsches Profil auffällt
Die Plattform onlinesicherheit.gv.at des österreichischen Bundeskanzleramts hat in ihrem Beitrag über »Promi-Klone« zusammengetragen, worauf zu achten ist: ein Profil mit auffällig wenig echter Aktivität, ein fehlendes blaues Verifizierungszeichen und der Wunsch, das Gespräch möglichst rasch auf einen anderen Dienst wie Telegram zu verlagern. Als Vorwände dienen typischerweise angebliche Notlagen, exklusive Tickets, Fanclub-Ausweise oder Gewinnspiele. Die wichtigste Empfehlung dort fällt denkbar kurz aus: kein Geld überweisen.
Was Fans tun sollten
Für alle Varianten gilt dasselbe: nicht antworten, nichts überweisen, keine persönlichen Daten und keine Ausweiskopien verschicken, das Profil melden und blockieren. Bei Unsicherheit hilft eine kurze Rückfrage – im offiziellen Büro, beim Management oder über den verifizierten Kanal. Ist schon Geld geflossen, führt der Weg zur Polizei und zur eigenen Bank.
Zum Schluss eine Klarstellung, die wichtig ist: Alle in diesem Beitrag genannten Künstlerinnen und Künstler sind Opfer dieser Fälschungen und haben selbst öffentlich davor gewarnt.
Quellen: Instagram-Beitrag von @diepaldauer vom 17. August 2026 (instagram.com/reel/DcIj57RFH_K); Instagram-Beitrag von @nikp.offiziell vom 24. November 2025 (instagram.com/p/DRc2HD_DtgG); Blick.ch vom 18. August 2026 (blick.ch); Schlager.de vom 6. Mai 2026 zu Semino Rossi und zu Betrugsfällen im Umfeld von Schlagerstars; Schlagerpuls vom 12. Februar 2026 zu Norman Langen; onlinesicherheit.gv.at, »Vorsicht vor Promi-Klonen auf Social Media«.